Zwischen all den Tipps

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Zwischen all den Tipps

Vielleicht liegt das Problem heute nicht darin, dass wir zu wenig über Gesundheit wissen.

Sondern darin, dass wir ständig versuchen herauszufinden, was denn nun eigentlich das Richtige wäre.

Heute kommen mir wieder viele Gedanken durchs Hirn.
Wahrscheinlich, weil ich auf so vielen Ebenen ständig Input habe — Podcasts, Bücher, Artikel. Und weil Zeit und Muse knapp sind, höre ich inzwischen sogar Atomic Habits parallel zum Lesen. Da sind wirklich gute Ansätze drin. Gedanken, die ich für mich selbst und auch für mein Coaching gut nutzen kann.

Und dann springt mein Hirn wieder wild durch den Tag.

Vielleicht doch erstmal noch schnell einen Post für Social Media?
Oder besser den Kühlschrank checken fürs Abendessen. Das Mittagessen nicht vergessen — schließlich möchte ich als Food Coach natürlich gesund bleiben und nicht einfach Mahlzeiten skippen.

Und während ich das hier tippe, kommt direkt der nächste Gedanke:

Solltest du das nicht lieber mit Stift aufschreiben statt in die Maschine zu tippen?
Ist das nicht achtsamer? Oder zumindest „mindfuller“?

Oh man.

Manchmal geh ich mir mit meiner eigenen Gedankenspringerei ganz schön auf den Wecker.

Neben mir liegt eine alte Spiegel Wissen-Ausgabe von 2019:
„Iss dich glücklich“.

Direkt darunter ein Spiegel Coaching-Heft:
„Jung bleiben. Richtig essen. Mehr bewegen. Erfolgreich fasten.“

Daneben die Wegmans-Sommerwerbung 2026:

we’re here to help.

Kauf unser Essen.
Spare Zeit.
Spare Geld.
Fühl dich besser.

Katsching.

Alle wollen helfen.
Alle haben eine Idee.
Und irgendwie wollen am Ende doch alle auch etwas verkaufen.

Würde meine Oma noch leben, könnte ich sie wahrscheinlich fragen, was davon für sie wichtig wäre.

Ich glaube, ich kenne ihre Antwort schon:

„Ist in irgendeinem der Hefte ein Kreuzworträtsel drin?“

Nee, Oma. Sorry.

„Ok, dann lass mal gut sein.“

Vielleicht ist ihr damit auf ihre Art sogar einiges erspart geblieben.

Diese ewige Fragerei danach, was denn jetzt eigentlich das Richtige wäre.

Manchmal frage ich mich, ob Menschen heute nicht längst genug wissen.

Vielleicht fehlt uns weniger Wissen —
und mehr Ruhe zwischen all den Stimmen, die ständig erklären wollen, wie man leben sollte.

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