Zu viel Wissen?

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Ich habe 28 Gesundheitsnewsletter in meinem Postfach.

Alle ungelesen.

Ich sehe sie jeden Tag.
Zwischen Terminen, zwischen zwei Mails, manchmal spät abends im Bett.

Und jedes Mal denke ich kurz:
Den lese ich später in Ruhe.

Nicht, weil sie mich nicht interessieren.
Sondern, weil ich sie alle interessant finde.

Jede einzelne Betreffzeile verspricht etwas:
einfacher, gesünder, besser.

Und ich merke, wie ich sie nicht lösche.

Falls mal jemand danach fragt.
Falls da doch noch etwas Wichtiges drinsteht.
Falls ich es irgendwann „richtig“ durcharbeite.

Was ich lange nicht gemerkt habe:
Ich sammle keine Informationen.
Ich sammle offene Schleifen.

Und mit jedem neuen Newsletter kommt ein leiser Gedanke dazu:
Das könntest du auch noch machen.

Dabei sind die Inhalte nicht das Problem.

Ich habe mir einige dieser Newsletter genauer angeschaut.
Viele davon enthalten 15 oder mehr Impulse:
Ernährung, Schlaf, Bewegung, mentale Gesundheit, Prävention.

Alles sinnvoll.
Alles gut gemeint.
Alles potenziell hilfreich.

Und genau das ist das Problem.

Nicht, weil die Inhalte schlecht sind.
Sondern weil es zu viele gute sind.

Gleichzeitig lese ich auch andere Newsletter.

Weniger oft.
Ein Thema.
Eine klare Linie.

Ich lese sie und habe nicht das Gefühl,
dass ich noch zehn Dinge anfangen sollte.

Sondern eher:
dass ich eines besser verstehe.

Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend.

Die einen geben dir mehr zu tun.
Die anderen helfen dir, weniger zu tun.

Und dann gibt es noch mich.

Ich arbeite in einem Bereich, in dem Wissen wichtig ist.
Ich begleite Menschen dabei, gesündere Entscheidungen zu treffen.

Und trotzdem merke ich:
Ich bin überfordert von der Menge.

Ich habe dieses leise Gefühl,
mich eigentlich noch mehr aufschlauen zu müssen.

Noch ein Podcast.
Noch ein Artikel.
Noch eine Studie.

Und gleichzeitig wird die Lücke größer
zwischen dem, was ich weiß,
und dem, was ich tatsächlich tue.

Vielleicht ist das Problem nicht, dass uns Wissen fehlt.

Sondern dass uns niemand hilft zu entscheiden,
was wir nicht mehr wissen müssen.

28 ungelesene Newsletter sind kein Wissensspeicher.

Sie sind 28 offene Entscheidungen.

Und vielleicht ist der gesündeste Schritt heute nicht der nächste Tipp.

Sondern die Entscheidung,
drei Dinge auszuwählen –
und den Rest gehen zu lassen.

Wenn du merkst, dass genau das der schwierige Teil ist –
nicht das Wissen, sondern die Entscheidung –

dann lohnt es sich, dort genauer hinzuschauen.

Nicht noch mehr zu sammeln.
Sondern klarer zu werden.

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